Ratgeber: Motorradsuche


Das erste Motorrad: Tipps

Du hast endlich deinen Motorradführerschein und kannst es kaum abwarten dir ein eigenes Motorrad zu kaufen? Villeicht können wir dir bisschen auf die Sprünge helfen.

 

 

Neu oder Gebraucht?

Die Frage stellt sich am Anfang jeder, im Endeffekt entscheidet meist der Geldbeutel. Ich persönlich tendiere dazu am Anfang mit was günstigem anzufangen um zu lernen wie man mit einem Motorrad umgeht. Fahren, Pflege, Wartung.. sowas lernt man am besten mit einem gebrauchten Motorrad. Und wenn so ein Bike mal hinfällt, ist es auch weniger schlimm. Ich weiß: Du sagst jetzt, „sowas kann mir nicht passieren“, aber glaub mir, ein Unfall, Rutscher oder auch nur ein Umfaller passieren sehr sehr schnell, oft bist da auch nicht mal schuld.

 

Am Anfang reicht auch eine kleinere Maschine, 250ccm – 600ccm sind perfekt. Es sei denn du bist noch nicht 18, dann natürlich eine 125ccm Maschine. Was nicht sinnvoll ist: direkt mit einem 1000ccm Motorrad wie der S1000RR anzufangen. Die Bikes sind nix für Anfänger (Punkt).

 

Ein weiterer Grund ein gebrauchtes Bike zu kaufen ist: schon bei dem kleinsten Schaden verlieren neue Motorräder erheblich an Wert. Mit einem alten Motorrad zahlst du nicht viel und kannst sie oftmals für den selben oder sogar höheren Preis verkaufen.

 

 

Auf dass müssen Sie bei einem einsteigerfreundlichen Motorrad achten :

  • Niedrige Sitzhöhe damit man immer festen Boden unter den Stiefeln hat.

  • Aufrechte Sitzposition für angenehmes fahren.

  • Handliches, neutrales Lenkverhalten für ein sicheres Fahrgefühl.

  • Orginale Rückspiegel.

  • Großer Lenkeinschlag für ein sicheres wenden und drehen.

  • Bremsen mit ABS.

  • Sanfte Leistungsentfaltung damit man nicht direkt runtergeworfen wird.

  • Geringes Gewicht.

Welches Motorrad passt zu mir?

Dabei kommt es darauf an was Sie persönlich wollen. Sind Sie eher der Tourenfahrer, spielen Sie lieber im Schlamm, oder fahren Sie lieber auf den Spuren der Moto Gp Fahrer? Die Frage nach der Motorrad Art sollten Sie also ganz zu Anfang klären.

 

Ein paar Motorradtypen:

 

Allrounder:

Leichte, wendige und zuverlässige Straßenmotorräder.

 

Chopper:

Viel Hubraum, satter Sound, geeignet für gemütliches cruisen.

 

Naked Bikes:

Leichte Motorräder mit weniger Plastik als normal. Gut Handelbar.

 

Sportbikes:

Sehr schnelle und starke Rennmaschinen die bis zu 300km/h schnell sind, Rennstrecken geeignet.

 

Tourer:

Bequem und komfortabel, sind gebaut um ,,wie der Name schon sagt,, lange Touren zu fahren. Diese Motorräder lassen sich gut beladen und sind perfekt zum Reisen. Meistens geeignet für Zwei Personen.

 

Enduro:

Sowas brauchst du, wenn du gerne mal vom Weg abkommst und bisschen durch Matsch, Wald und Wasser fahren willst. Sehr leichte, wendige Motorräder, aber nicht alltagstauglich.

 

Supermoto:

Wie Enduro nur mit Straßenreifen, hartem Fahrwerk und anderen Bremsen

Das passende Modell:

Nachdem die Motorradart jetzt geklärt ist, widmen wir uns der Frage welches Modell von welcher Marke es dann nun sein soll. Das hängt, abgesehen vom Geschmack, Preis, Optik und Leistung auch von einigen anderen Faktoren wie z.B der eigenen Körpergröße ab. Hier einige Anhaltspunkte:

  • Motorradart
  • Marke
  • Kosten
  • Optik
  • Leistung
  • gewünschte Technik (z.B ABS)
  • Sitzhöhe
  • Gewicht
  • Wartung

Vorgehensweiße beim Kauf eines gebrauchten Motorrads:

 

1. Seriöses Angebot finden

Achten Sie bei der Suche auf ein sauberes Inserat, Faktoren wie gute Produktbilder, eine gute Beschreibung, alle wichtigen Daten genannt.. es gibt sehr viel Müll auf dem Markt. Hören Sie auf Ihr erstes Gefühl, dass ist meist richtig. Bei Angeboten mit Hinterhofbildern und Texten in schlechtem Deutsch würde ich die Finger lassen. Ich empfehle bei www.mobile.de zu suchen.

 

2. Der erste Eindruck 

Man erkennt meist auf den ersten Blick ob das Motorrad ein gepflegtes Liebhaberstück ist oder ein ungeliebter Gegenstand der keine Pflege erfahren hat. Achte auf die Sauberkeit und den Allgemeinzustand. Bei Privatkauf ist es mir persönlich z.B auch wichtig welcher Typ Mensch der Vorbesitzer ist. Sie wollen ja schließlich kein Motorrad von jemandem kaufen der umgangssprachlich ,,der letzte Assi,, ist. 

 

3. Achte auf Schäden und Anzeichen eines Unfalls

Unbemerkte Schäden können später sehr teuer werden und lässt Sie den Spaß am Motorrad schnell verlieren.

Achten Sie auf die typischen Indikatoren eines Unfalles oder Umfallers, dazu zählen: Lenkerenden, Lenkschlagsbegrenzer, Spiegel, Brems und Kupplungshebel, Blinker Fußrasten, Auspuff. Sind diese Teile verkratzt/ beschädigt kann es sein dass das Motorrad schonmal auf der Seite lag.

 

4. Wichtige Teile prüfen:

 

Gabel:

Falls die Gabel Simmerringe undicht sind, erkennst du dass an Ölspuren an den Tauchrohren und an verölten Simmeringen. Lass die Gabel einige male Ein und Austauchen und guck ob diese geschmeidig und geräuschlos arbeitet.

 

Lenkkopflager:

Der Lenker sollte sich leicht mit konstantem Kraftaufwand von links nach rechts bewegen lassen. Falls der Lenker schwergängig ist und man ein Druckpunkt (einrasten) merkt, ist meist das Lenkkopflager defekt.

 

Federbein: 

Dafür wird (falls möglich) das Motorrad aufgebockt und an der Schwinge gerüttelt, nach oben und unten. Falls Sie ein Spiel merken, ist es möglich das die Umlenkung am Stoßdämpfer defekt ist. Zudem sollte man das Federbein auf Undichtigkeit prüfen.

 

Die Radlager: 

Ruckeln Sie quer zur Fahrtrichtung stark an den Rädern um zu prüfen ob diese ein Spiel aufweisen, falls ja, müssen die Radlager erneuert werden.

 

Motor:

Dies ist sehr wichtig! Achten Sie darauf, dass der Motor und alle weiteren Teile um den Motor herum, schön trocken sind und nirgendwo Öl oder andere Flüssigkeiten austreten, schauen Sie gerne auch von unten unter den Motor.

 

Weiteres:

Prüfen Sie ob alles am Motorrad fest sitzt, ruckeln Sie mal am Auspuff und an der Sitzbank, alle Teile sollten sauber befestigt sein.

 

5. Reifen und Bremsen:

Diese Teile sind die wichtigsten wenn es um die eigene Sicherheit geht. Die Reifen sind der einzige Kontakt zur Straße und die Bremsen sorgen dafür dass du auch mal zum Stillstand kommen kannst. Im Reifenprofil sind sogenannte Indikatoren, kleine Stege in den Profilrillen, die Anzeigen wie weit das Profil schon runtergefahren ist. Über diesen Indikatoren sollte noch ordentlich Reifenprofil über sein. Zudem Sollten Sie drauf achten wie der Reifen abgefahren ist, wenn er ,,eckig,, ist, also nur die Lauffläche abgefahren ist, ist es z.B ein Zeichen für viel Autobahnfahrten. Zudem sollten Sie auf die DOT Nummer der Reifen achten, diese zeigen das Alter der Reifen an.

Bsp.: 1619, heißt dass der Reifen in der 16. Woche 2019 produziert wurde. Die Reifen sollten nicht älter als 2 Jahre sein. Es ist sehr gefährlich mit alten Reifen zu fahren da diese aushärten können und dann keinen Grip mehr aufbauen können.

 

Bei den Bremsen solltesten Sie darauf achten das Bremsschreibe und Bremsklötze noch gut in Schuss sind, heißt: die Scheibe sollte optisch noch gut aussehen und keinen Grad an der Reibfläche haben, die Klötze sollten noch ordentlich Belag drauf haben. Ausserdem sollte man sich die Bremsflüssigkeitsbehälter ansehen, die Bremsflüssigkeit sollte klar-gelblich sein, wenn diese schon braun-schwarz ist, ist dies ein Anzeichen dafür dass den Vorbesitzer sowas nicht interessiert hat. Die Bremsflüssigkeit sollte dann gewechselt werden.

 

6. Umbauten:

Umbauten sind meist eine schöne Sache, wenn Sie gut gemacht und legal sind. Achten Sie bei z.B Sportauspüffen und Heckumbauten auf die Ausführung der Arbeiten, dass nicht gepfuscht wurde, und fragen Sie ob ABE´s für die Teile vorliegen. Sonst gibt es bei der nächsten Hauptuntersuchung eine böse Überraschung.


Auf der Webseite von Tourenfahrer können Sie sich auch eine praktische Checkliste runterladen und ausgedruckt mitnehmen.

Falls es doch eine etwas jüngere gebrauchte sein soll, hier eine Auflistung der meistverkauftesten Motorräder 2020. Da sind definitiv auch Anfängermaschinen dabei, und die eine oder andere ist eventuell auch schon günstig abzugeben.


Die Top 50 der Motorrad Neuzulassungen 2020:

 

1.

BMW R 1250 GS

9.228

2.

Kawasaki Z 900

3.853

3.

Yamaha MT-07

3.226

4.

Kawasaki Z 650

3.086

5.

KTM 690 SMC

2.492

6.

KTM 790 Duke

2.418

7.

Yamaha Ténéré 700

2.394

8.

KTM 390 Duke

2.277

9.

Suzuki GSX-S 750

2.178

10.

Honda CMX 500 Rebel

2.037

11.

Honda CRF 1100 L Africa Twin

1.867

12.

Honda CB 650 R

1.786

13.

Suzuki SV 650

1.711

14.

BMW S 1000 XR

1.704

15.

BMW F 900 R

1.654

16.

BMW R 1250 RS

1.515

17.

KTM 790 Adventure

1.428

18.

Honda NC 750 X

1.409

19.

Yamaha MT-09

1.393

20.

KTM 1290 Super Duke R

1.353

21.

BMW R 1250 R

1.339

22.

BMW F 900 XR

1.337

23.

KTM 1290 Super Adventure

1.312

24.

Yamaha Tracer 900

1.307

25.

BMW S 1000 RR

1.296

26.

Kawasaki Ninja 650

1.270

27.

Husqvarna 701 Supermoto

1.235

28.

Harley-Davidson Sportster XL 1200 X

1.220

29.

Honda CB 500 F

1.201

30.

Kawasaki Vulcan S

1.119

31.

Kawasaki Z 900 RS

1.111

32.

Harley-Davidson Street Bob

1.079

33.

BMW F 750 GS

1.067

34.

Suzuki V-Strom 650

1.060

35.

Ducati Streetfighter V4

1.007

36.

Moto Guzzi V85 TT

982

37.

Honda CBR 650 R

972

38.

BMW R 1250 RT

964

39.

Royal Enfield Bullet Electra 500

935

40.

Honda CB 1000 R

879

41.

Honda CBR 500 R

870

42.

KTM 300 EXC

833

43.

Royal Enfield Interceptor/Continetal GT 650

828

44.

BMW F 850 GS

825

45.

Triumph Rocket 3

791

46.

Honda NC 750 S

790

47.

KTM 890 Duke

741

48.

Suzuki GSX-S 1000

740

49.

Harley-Davidson Sport Glide

737

50.

BMW S 1000 R

716